Ein Italiener mit starker Affinität zum deutschen Repertoire. Ein „Melodiker von Natur“ (Der Tagesspiegel), der die Detailfreude der stilistisch informierten Interpretationspraxis überzeugend auf den großen Apparat zu übertragen versteht. Ein echter Orchesterpraktiker überdies, dessen künstlerische Gestaltungskraft sich mit dem Bedürfnis nach einem partnerschaftlichen Musizierstil verbindet. Antonello Manacordas Vielseitigkeit als Dirigent liegt in der Fülle seiner musikalischen und kulturellen Prägungen begründet: In Turin in eine italienisch-französische Familie hineingeboren, in Amsterdam ausgebildet und seit vielen Jahren in Berlin zu Hause, war Manacorda Gründungsmitglied und langjähriger Konzertmeister des von Claudio Abbado ins Leben gerufenen Mahler Chamber Orchestras bevor er bei Jorma Pamula, dem legendären finnischen Lehrer, ein Dirigierstudium absolvierte. Heute ist Antonello Manacorda in Opernproduktionen an den bedeutendsten Opernhäusern der Welt ebenso häufig zu erleben wie am Pult führender Sinfonieorchester. Mittelpunkt seines Schaffens ist die Kammerakademie Potsdam, der er seit 2010 als Künstlerischer Leiter vorsteht und mit der eine Reihe von preisgekrönten Aufnahmen vorgelegt hat.

In der Saison 2019/20 gibt Antonello Manacorda seine Debüts an der Metropolitan Opera in New York („Le nozze di Figaro“) und an der Opéra national de Paris („Così fan tutte“). Wiedereinladungen führen ihn an die Bayerische Staatsoper („Alceste“) sowie mit einer Neuproduktion der drei Da-Ponte-Opern ans Théâtre de la Monnaie in Brüssel.

Zu den Höhepunkten der Saison 2019/20 im Bereich der Symphonik zählen Gastdirigate beim Helsinki Philharmonic Orchestra, dem Danish National Symphony Orchestra, dem SWR Symphonieorchester und dem Orchestra dellAccademia Nazionale di Santa Cecilia. Mit der Kammerakademie Potsdam präsentiert Antonello Manacorda die späten Mozart-Symphonien im Pierre Boulez Saal in Berlin. In der vergangenen Saison brachte er mit dem Ensemble einen Zyklus mit den vier Symphonien von Johannes Brahms in Potsdam zur Aufführung. Bereits im Februar 2014 leitete Manacorda dort an vier aufeinanderfolgenden Tagen einen von der Presse gefeierten Zyklus der Beethoven-Symphonien. Tourneen in der Spielzeit 2019/20 führen das Ensemble und Antonello Manacorda unter anderem an die Alte Oper Frankfurt, die Philharmonie Berlin sowie die Elbphilharmonie.

In der vergangenen Spielzeit leitete Antonello Manacorda Neuproduktionen an Amsterdams De Nationale Opera („Die Zauberflöte“), am Théâtre de la Monnaie in Brüssel („Die Zauberflöte“) sowie an der Bayerischen Staatsoper („Alceste“) und debütierte mit „La Traviata“ am Royal Opera House Covent Garden in London. Gastdirigate führten ihn zum Rotterdam Philharmonic Orchestra, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem NDR Elbphilharmonie Orchester und den Wiener Symphonikern. Von seiner Funktion als Chefdirigent des niederländischen Het Gelders Orkest nahm Antonello Manacorda in der Saison 2018/19 Abschied.

Mit der Kammerakademie Potsdam hat Antonello Manacorda für Sony sowohl einen Mendelssohn-Zyklus als auch einen Schubert-Zyklus eingespielt, die beide von der Kritik gefeiert wurden. Beim ECHO Klassik 2015 erhielt die Kammerakademie Potsdam für den Zyklus den Preis in der Kategorie Ensemble des Jahres. Mit dem Het Gelders Orkest hat Antonello Manacorda für Challenge Records Werke von Ravel und Debussy aufgenommen sowie Werke von Berlioz und Mahler mit der schwedischen Sopranistin Lisa Larsson.